Tag 1 und 2 – Rallyestart: Von Oberstaufen nach Duino

Nach einer intensiven neunmonatigen Vorbereitung war am 03.05.14 der große Tag gekommen: Nach der vorerst letzten Autobahnfahrt von Aachen nach Oberstaufen mit Zwischenstopp am Kleineichener Kindergarten starteten wir nach einer kurzen, regnerischen Nacht in die Allgäu-Orient-Rallye 2014. Unter großer Begeisterung der Zuschauermenge und unseren mitgereisten Unterstützern ging es für das Team 2Fast 2Curious auf die große Reise. Das erste Ziel war, das Roadbook, welches vom Organisationskomitee (OK) unter der Leitung von Willi im Allgäu versteckt wurde, zu finden. Durch ausgezeichnete Teamarbeit gelang es uns, trotz einer mit Fehler gespickten Wegbeschreibung des OK, als erstes Team das begehrte Roadbook zu ergattern und zum zweiten Checkpoint – Istanbul – aufzubrechen. Schon am Brennerpass in Österreich wurde den V6 Motoren einiges abverlangt und bei unserem Bad erreichte das (Kühl)wasser bereits den Siedepunkt. Er hat sich aber nichts anmerken lassen und schon die Abfahrt Richtung Italien wieder genossen. Ein wichtiges Ziel der Rallye ist für uns das Ausprobieren traditioneller Spezialitäten der bereisten Länder, daher wurde zum Abendessen eine Pizza gegessen. Julius konnte bei der Bestellung beim Keller mit Sprachkenntnissen wie „merci“ oder „oui“ glänzen. Da wir uns als Tagesziel das Erreichen der kroatischen Adriaküste gesetzt hatten ging es nach dem Essen sofort weiter. Infolge einer einstündigen, unfreiwilligen Stadtrundfahrt in Udine wurde das Tagesziel auf „Adriaküste“ reduziert und wir kehrten in den Hafen eines kleinen italienischen Dorfes kurz vor Trieste ein. Unsere Fahrzeuge parkten wir direkt an der Hafenmauer mit Blick zum Meer. Nach der Benutzung eines Plumpsklos nahe des Hafenbeckens und einer erfrischenden Dusche ging es erschöpft in unser Dachzelt. Halbwegs ausgeschlafen wollten wir am nächsten Morgen die am vorigen Tag aufgeschobenen Kilometer wieder wettmachen. Voller Zuversicht wurden die Zelte zugeklappt und die Autos abfahrbereit gemacht. Kurz bevor es losging überbrachte uns ein österreichischer Tourist die Hiobsbotschaft: Auf der Küstenstraße zwischen Udine und Trieste wurde ein Marathon veranstaltet. Die Straße war gesperrt und uns wurde gesagt wir müssten noch 2 Stunden warten. Da das keine Option war wurde die Route kurzer Hand auf Slowenien verlegt. Mit einer weiteren Verzögerung ging es in das Landesinnere von Kroatien und nachdem wir auf geraden Straßen einige Kilometer aufholen konnten, wurde erneut die Küste angesteuert. Die kurvige Fahrt von Pakostane Richtung Dubrovnik begann vielversprechend. Wir hatten freie Bahn und konnten erneut gut Strecke machen. Kaum hatten wir Vodice passiert begann allerdings ein beängstigender Sturm aufzuziehen. Das Tempo musste aufgrund umherfliegender Äste um die Hälfte reduziert werden. Als der Sturm nachließ entschlossen wir unser Nachtlager am Meer aufzuschlagen. Nach einer buchstäblich zweiminütigen Suche fanden wir den perfekten Schlafplatz wo auch sofort die Campingstühle und der Gasgrill ausgepackt wurden. Mit gegrillten Rippchen im Magen und einem abschwächendem Sturm wogen wir uns in Sicherheit und legten uns in unsere Dachzelte.
Gegen 3:00 morgens sollten wir allerdings von einem noch viel heftigeren Sturm überrascht werden. Die Dachzelte stießen an ihre Grenzen und Hals über Kopf entschlossen wir uns dazu das Lager aufzugeben und weiterzufahren. Unter großer Hektik wurde alles eingepackt und völlig übermüdet flüchteten wir auf die Küstenstraße. Nach Überwindung des Schocks entschlossen wir uns dazu weiter bis zur bosnischen Grenze zu fahren und schliefen noch drei weitere Stunden auf den Sitzen in eine Parkbucht kurz vor dem Grenzübergang.

Tag 1: 630 km
Tag 2: 620 km

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