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Tag 23 bis zum Rückflug – Unser Hilfsprojekt

Die Menschen sind wie das Rote Meer: Der Stab hat sie kaum auseinander gehalten, gleich hinterher fließen sie wieder zusammen.
- Johann Wolfgang von Goethe

Goethes Worte beschreiben unsere Erlebnisse der vergangenen drei Wochen sehr treffend. Die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen war überwältigend, jedes Vorurteil, welches man über bestimmte Länder eventuell gehabt haben könnte, ist nun endgültig ausgelöscht.
Die Rallye liegt hinter uns und hinterlässt eine gewisse Leere. Wir haben unsere letzte Nacht im Crowne Plaza am Toten Meer verbracht und ausgecheckt. Jetzt stehen wir da, ohne Roadbook, das uns vorschreibt wohin wir fahren sollen, wo wir Fotos machen sollen und wo wir die Nacht verbringen werden. Die letzte Woche unserer Reise beginnt.
Zunächst geht es weiter nach Amman, der Hauptstadt Jordaniens. Der vielleicht wichtigste Programmpunkt unseres Roadtrips steht uns bevor: Unser Hilfsprojekt zur Unterstützung der Hilfsorganisation Dar-Al Yasmin. Zuvor gab es jedoch eine kleine Änderung im Team. Wir freuen uns, den Vorausbrauswagen bei uns begrüßen zu dürfen. Ein ehemaliges Notfallfahrzeug mit Sirene und Blaulicht, bisher gefahren vom Organisationskomitee. Ein 3er BMW mit Automatik, ohne Klimaanlage. Aber vor allem mit einem Kofferraum, den wir gerade jetzt dringend benötigen. Von 8 Teams bekommen wir noch zusätzlich jede Menge Hilfsgüter für syrische Flüchtlinge, so dass jetzt alle 4 Autos bis zum Anschlag voll beladen sind. Vielen Dank dafür an die Teams YallaYalla, Smarte Hanseaten, Wüstenläufer, Schienenersatzverkehr und das Kompetenzteam Aachen (wir hatten eine Liste aller acht Teams auf einem Handy, welches sich zu Zeit irgendwo in der jordanischen Wüste befindet gespeichert. An die Teams die wir vergessen haben natürlich auch ein großes Dankeschön)! Ab sofort fahren also immer zwei alleine in einem Auto. Der Pilot der Ugly steuern wird, muss sich ab jetzt stets intensiv auf die vor ihm liegende Fahrt vorbereiten: Ohropax, Kopfhörer und drei Kissen auf jede Seite. Anders ist der durch den verlorengegangenen Auspuff entstehende Lärm nicht mehr auszuhalten. In den ersten fünf Minuten mag es noch cool und lustig klingen, aber auf Dauer sind die gefühlten 300 dB in einer äußerst unangenehmen Frequenz doch ziemlich nervenaufreiben.
Als wir in Amman ankommen stellen sich allerdings schnell die Vorteile des verlorenen Bauteils heraus. Der neue Motorensound kompensiert äußerst effektiv die nicht mehr vorhandene Hupe. Wenn man irgendwo durch möchte oder nicht in einen Kreisverkehr reinkommt, dann kuppelt man schnell aus, gibt einmal Vollgas und wie von Zauberhand machen einem alle anderen Kraftfahrzeuge gebühren Platz.
Am späten Nachmittag erreichen wir Gaelles Wohnung. Gaelle ist eine der beiden Gründerinnen von Dar-Al Yasmin. Hier können wir endlich unsere Autos leerräumen und Good, Bad und Ugly somit einen Großteil ihrer Last ablegen. Eine Stunde lang heißt es ausräumen und alle Hilfsgüter in die Wohnung von Gaelle und Fabien bringen, wo wir -besonders Felix – äußerst herzlich von Fabiens Großmutter begrüßt wurden. Kisten voller Teddybären, brandneuen Adidas-Fußballschuhen, Trikots, Hosen, Klamotten, Sportequipment, Babynahrung, Campingmaterial und noch vielem mehr wurden rangeschafft. Es ist unglaublich zu sehen, wie viel Hilfsgüter wir in den Autos mitgebracht hatten und teils Wochen mit uns herumgefahren haben. Aber die Mühe hat sich gelohnt, denn hier können wir uns sicher, dass die Sachen dort ankommen wo sie dringend benötigt werden. DAY führt genaue Listen von allen Flüchtlingen im Dorf Zaatari und kann genau sagen, wer die Hilfe am dringendsten benötigt. Nachdem wir alle Sachen entladen haben, kann jeder von uns noch einmal duschen und dann werden wir von Gaelle, Julie und ihren Freunden in ihr Lieblingsrestaurant ausgeführt. Die Nacht schlafen wir in unseren Zelten direkt vor Gaelles Haustür.
Am nächsten Morgen werden wir von einem französisch-arabischen Frühstück begrüßt: Omelette, Fladenbrot, Kaffee und Nutella. DAY muss sich nun erst einmal durch die Berge von Hilfsgütern arbeiten und sortieren was wir mitgebracht haben, so dass wir Zeit haben uns noch ein wenig in Jordanien umzuschauen. Petra, Wadi Rum und Aqaba stehen auf der Liste. Als erstes fahren in Amman beim Sidney Hotel vorbei, wo die sechs Münchener vom Team Delta auf uns warten. Im Vorfeld hatten wir mit Ihnen abgesprochen, dass sie uns für unsere letzten Tage Jordanien ihren 200 PS starken 5er BMW überlassen. Vielen Dank dafür! Anschließend fahren wir unter stetig ansteigender Hitze nach Aqaba ans Rote Meer, wo wir die nächsten drei – beziehungsweise ein paar von uns nur zwei – Nächte verbringen werden. Campen direkt am Meer auf einem öffentlichen Parkplatz mit anderen Teams, abends Fisch grillen (drei Doraden und drei Rotbarben, ca. 3kg für 13€) und anschließend mit jordanischen Jugendlichen Wasserpfeife rauchen und Blödsinn machen, Tauchen gehen im Roten Meer, Sonnenbrand bekommen, Golfbälle in die Wüste kloppen, einkaufen und so weiter und so fort. Nach zwei Tagen teilt sich unsere Gruppe auf: Jonas, Lukas und Sven fahren mit Good, Bad und dem Delta BMW ins Wadi Rum. Julius, Felix und Markus haben in den letzten Tagen genug Sand, Staub und Wüste gehabt und bleiben einen Tag länger am Meer. Am nächsten Morgen treffen wir uns alle wieder auf der Schnellstraße Richtung Petra. Ein bisschen Kultur muss sein und es ist das erste Mal, dass wir wirklich Zeit haben uns eine Sehenswürdigkeit anzusehen. Bisher mussten wir meistens aufgrund Zeitmangels an allen Kulturstätten vorbeirasen. In Petra wird schnell klar, dass die Rallye hier bereits sehr bekannt ist: „Welcome to Jordan“ und „Have anything to sell? I’ll buy, no problem“ werden uns an diesem Tag auf Schritt und Tritt begleiten. Für den Eintritt in die alte Hauptstadt der Nabathäer bekommen wir sogar noch einen Rallye-Sonderpreis. 1JD anstatt 50JD (1JD entspricht in etwa 1€). Petra selbst ist dann auch sehr beeindruckend, sich riesigen, vor mehr als 2200 Jahren in den Fels getriebenen Bauten anzusehen kann man nur jedem empfehlen. Aber am besten in einer etwas kühleren Jahreszeit, da es bei 38°C im Schatten sehr schnell sehr anstrengend wird.
Nach den vier Tagen Touristenprogramm geht es wieder zurück nach Amman, wo wir als erstes den mittlerweile von der Wüste ramponierten Delta BMW am Rallye-Sammelplatz abgeben und anschließend zu Gaelle fahren. Von da aus geht es weiter nach Zaatari, wo wir unsere Teddybären an syrische Flüchtlingskinder Kinder verteilen. Das Al Zaatari Refugee Camp ist das zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt und liegt in der Wüste im Norden Jordaniens nahe der syrischen Grenze. Wir selbst fahren nur in das kleine Dorf Zaatari, welches einige Kilometer vom richtigen Flüchtlingslager entfernt ist. Doch auch hier ist das Ausmaß der Katastrophe im Nachbarland zu erkennen. Quasi im Vorgarten der Jordanier stehen UNHCR-Zelte in denen teils mehrere Familien zusammen auf engstem Raum leben. Doch als wir das Lager erreichen, treffen wir nicht etwa auf verängstigte, niedergeschlagene Menschen, sondern werden von lachenden Kindern und Müttern herzlich begrüßt. Das Leid, welches die Kinder in den vergangenen Jahren erfahren haben und immer noch ertragen müssen lässt sich nur erahnen. Es herrscht eine merkwürdige Mischung aus der zu spürenden Freude der Kinder und der beklemmenden Atmosphäre des Zeltlagers. Die Teddyvergabe wird zeitweise von Kalaschnikow-Schüssen begleitet, welche laut Julie von einer Hochzeit stammen. Ein mulmiges Gefühl bleibt dennoch. Nachdem jedes Kind einen Teddy erhalten spielen wir noch eine Weile mit den Kindern, tragen Sie auf den Schultern, wirbeln sie durch die Luft und spielen Fußball. Es ist schön zu sehen, dass man den Kindern, die ihr Zuhause verloren haben mit so kleinen Dingen eine so große Freude machen kann. Im Sonnenuntergang fahren wir wieder zurück „nach Hause“ wie wir mittlerweile so ziemlich jeden Ort nennen, an dem wir unsere Autos parken. Die nächsten zwei Nächte verbringen wir in Gaelles Wohnung, wo wir im Wohnzimmer mit den Matratzen ein klassisches Matratzenlager bauen. Am nächsten Tag geht es wieder nach Zaatari. Alle zwei Wochen freitags veranstaltet DAY ein Programm für die Flüchtlingskinder, wo sie an verschiedenen Workshops teilnehmen, lernen und Sport machen können. Hierbei werden wir von 25 anderen freiwilligen Helfern aus aller Welt unterstützt. Wir spielen mit den Jungs Fußball auf einem Kunstrasenplatz, der von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wird. Hier können von den Kindern auch gleich die von CIP gespendeten Fußballschuhe getestet werden. Mit großem Erfolg. Wir sind sehr froh, dass wir die Möglichkeit hatten hier dabei zu sein und helfen zu können und hoffen, dass DAY noch lange weitermachen kann! Auf dem Rückweg nach Amman lassen wir noch unsere Dachboxen in den Flüchtlingscamps, wo sie mit Sicherheit sehr gut gebraucht werden können.
Zurück zu Hause heißt es dann alle Autos bis auf die letzte, unter den Sitz geworfene Snickersverpackung ausräumen und alle Sachen geordnet packen. Den letzten Abend lassen wir dann im selben Restaurant wie beim ersten Abend in Amman ausklingen. Um 7:00 am nächsten Morgen müssen wir los und unsere Autos am Flughafen abgeben, nicht ohne die eine oder andere Träne unterdrücken zu müssen. Schweren Herzens übergeben wir die drei Haudegen dem Königreich Jordanien, packen unser Zeug, den Stuhlstuhl und Steigen ins Flugzeug zurück nach Hause.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Sponsoren; bei den Unterstützern, wo vor allem Norbert Breuer, die alte Hupe, erwähnt werden muss; bei den anderen Teams, hier besonders Team Delta, Herbe Sahne, Die Raumpiloten und Team 777; und zu guter Letzt bei euch allen, die unser Abenteuer täglich verfolgten, uns Grüße sendeten und auch dazu beigetragen haben, diese Rallye zu etwas Besonderem zu machen. DANKE.
Wir sehen uns dann frisch gewaschen in Deutschland im schnöden Alltag wieder.
Bis dahin

Euer Team 2Fast 2Curious

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Tag 20 bis 22 – Das Rallyefinale

Nachdem wir die Wüste endgültig verlassen haben nehmen wir weiter Kurs Richtung Süden. Im Vorfeld der Rallye bekam jedes Team die Aufgabe einen Stein des jeweiligen Heimatortes mit nach Jordanien zu bringen. Ziel dieser Aktion ist der Bau einer interkonfessionellen Begegnungsstätte an der kürzlich gefundenen, ältesten Kirche der Welt. Der Stein sollte mit einem Spruch versehen werden. Unser Stein ist ein Stück des Aachener Doms, welcher uns vom Dommeister übergeben wurde – noch einmal ein großes Dankeschön dafür! Nachdem wir unseren Teil zur „Wishwall“ an der Begegnungsstätte beigetragen haben geht es weiter ans Tote Meer. Asphaltierte Straßen sind Balsam für Auto und Seele. Man kann das Fenster offen lassen und trotzdem noch atmen. Die Schotterpisten und scharfen Steine stecken Good, Bad und Ugly immer noch tief in den Knochen und so kommt es wie es kommen muss: auf spiegelglattem Asphalt ein Plattfuß bei Bad, der zweite seit Rallyebeginn. Das Wechseln geht flott und schnell geht es weiter durch die Ebenen Jordaniens. Die Landschaft wird mediterraner, die Sonne brennt ohne Erbarmen. Elma wird es zu warm unter seinem Hut und er wirft ihn, bockig wie er ist, ab. Keine Stunde nach dem Reifenwechsel gibt es bei Good einen lauten Knall, dann ein Flattern von hinten rechts kommend. Reifen geplatzt. Wieder auf perfekter Fahrbahn. Der letzte Ersatzreifen wird ausgegraben und aufgezogen. Im nächsten Ort halten wir bei einem – nennen wir es Reifenhändler – an um unsere Räder für den Fall der Fälle reparieren zu lassen. Luft in die Reifen pumpen, unter Wasser halten und das Loch ausfindig machen, abziehen, vulkanisieren und schon hat man wieder einen neuen Reifen. 10€ für 2 Reifen. Und 50 Cent für 6 Fladenbrote mit einem Durchmesser von über einem Meter, beim Bäcker nebenan. Eine Dose Cola für 30 Cent noch dazu. Schande über denjenigen, der uns erzählen wollte Jordanien sei teuer!
Kurz nachdem wir während unserer Fahrt Richtung Totes Meer Meereshöhe erreichen, stehen wir vor einer mehreren hundert Meter tiefen Schlucht. Ein Anblick wie der Grand Canyon mit aufgestautem Colorado River. Jordan Valley. 300 Meter hinunter und auf der anderen Seite wieder rauf. Langsam geht die Sonne unter. Als wir oben auf der anderen Seite ankommen liegt das Tote Meer erneut vor uns. Gefühlte 500 Meter unterhalb von uns liegt eine glatte Wassermasse. Auf der anderen Seite liegt Israel. Während wir die Serpentinen runterfahren verschwindet allmählich die Sonne hinter den Hügeln des heiligen Landes. Aufgrund unseres gemütlichen Fahrstils werden wir wie üblich das letzte Team sein, welches im Ziel einläuft. Auf den letzten Metern treffen wir noch den ebenso entspannten Willi, den Chef des Organisationskomitees, welcher die Rallye auf einer Honda Goldwing bestritten hat. Gemeinsam fahren wir im Sonnenuntergang die letzten Kilometer des offiziellen Teils der Rallye bis zum Crowne Plaza Dead Sea Hotel. Hier werden wir die 2 letzten Tage im Rahmen der Rallye verbringen. Standesgemäß im 5-Sterne-Hotel, welches vom OK der Rallye organisiert wurde. Alles exklusive versteht sich.
Es ist also geschafft. Ziemlich genau 7000 Km von Oberstaufen bis zum Ziel. 16 Grenzübergänge. Jede Menge Gelächter, Stress, Diskussionen und Kommunikationsprobleme liegen hinter uns. Landschaften von den Alpen über die Adriaküste und Anatolien bis zur Wüste war bis auf einen Regenwald so ziemlich alles dabei. Wir erfuhren Gastfreundschaft am meisten dort, wo wir sie am wenigsten erwarteten. Wir konnten bereits vor unserem Hilfsprojekt im Flüchtlingslager Zataari Kindern aus armen Regionen eine Freude machen. Wir lernten viele tolle Menschen kennen, sowohl Rallyeteilnehmer, als auch Einheimische. Wir konnten die verschiedensten kulinarischen Delikatessen probieren und anschließend an den idyllischsten Orten den Stuhlstuhl auf ein Rendezvous ausführen. Jeder von uns hat in etwa 80 Liter Chai Tee in 11 Tagen Türkei getrunken und keinen einzigen Cent dafür gezahlt. Oftmals sind wir bis tief in die Nacht gefahren um am nächsten Tag in aller Früh gleich weiterzufahren. Es waren so viele Eindrücke, dass es sich anfühlt, als wäre man vor einem halben Jahr in Aachen gestartet. Unsere Audis haben auch wacker durchgehalten, waren wir anfangs noch sehr zärtlich zu ihnen und haben dann zum Schluss immer rücksichtsloser das Gaspedal bedient und an der Ampel nicht mehr so ganz auf den Sicherheitsabstand geachtet. Folgende Schäden galt es zu beheben oder zu ertragen:

Ausfall der Zusatzelektronik (Good)
Ausfall der Innenraumbeleuchtung und 12V Stecker (Ugly)
Abgerissener Mitten- und Endschalldämpfer (Ugly)
Plattfüße (Alle 3 Autos hinten Rechts)
Leicht hängende Heckschürzen (Alle drei Autos)
Geplatzter Simmerring, Ausfall Rückwärtsgang (Ugly)
Hängender Auspuff (Bad)
Kaputte Nebelscheinwerfer (Beide bei Good)
Verlust Nebelscheinwerfer (Bad)
Scheinwerfer defekt (Bad)
Aufgerissener Tank (Good)
Jede Menge Steinschläge (Good)
Ausgeschlagener Stoßdämpfer vorne links (Good)
Ausgeschlagener Stoßdämpfer hinten links (Ugly)
Unterbodenschutz aufgerissen, verbeult oder abgerissen (Alle drei Autos)

Alles in allem sind die drei immer noch fahrtüchtig.
Jetzt heißt es einen Tag entspannen im Resort am Pool. Zum nächsten Tag bleibt nicht viel zu sagen. Wir stehen auf, gehen Frühstücken und hängen uns an den Pool, wo Techno-Thorsten auflegt, und braten uns in der Sonne. Um 18:00 finden sich dann alle Teams im Konferenzsaal zusammen für die Siegerehrung. Zuerst werden die Finisher ausgezeichnet, Teams die es bis ins Hotel geschafft haben, aber ihr Roadbook nicht abgegeben haben, Teams die außer Wertung mitgefahren sind oder Teams, die disqualifiziert wurden. Wir selbst schaffen es auf den 4. Platz der Rallye und gratulieren den Siegern vom Team geisterfahrer.in, die uns in Corum mit einem neuen funktionierenden Funkgerät aushelfen konnten. His Royal Highness der Kronprinz Hussein Abdullah von Jordanien selbst hat die ersten drei Plätze geehrt. Unter seinem Patronat verlief die gesamte Rallye und wir bedanken uns auch noch einmal für die Ehre die uns dadurch zuteil wurde.
Ab jetzt sind wir frei von jeglichen Roadbookaufgaben und können uns voll und ganz auf unser Hilfsprojekt Dar-Al-Yasmin konzentrieren. Alle drei Fahrzeuge sind randvoll beladen mit Teddybären, Babynahrung, Fuß- und Basketbällen, Fußballschuhen, Kleidung, Tennisschlägern und –Bällen, Musikinstrumenten, Hygieneartikeln und vielem mehr. Alle Hilfsgüter werden in den kommenden Tagen in Kooperation mit Dar-al-Yasmin an syrische Flüchtlinge verteilt. Zunächst geht es nach Amman wo wir die Gründerinnen der Hilfsorganisation kennenlernen werden.

AOR 2014: Wir waren dabei!

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Tag 17 bis 20 – Die Wüste fordert ihren Tribut

In den letzten Tagen ist viel passiert. Wir waren in der Wüste Jordaniens, weit abseits jeglicher Zivilisation. Der Blogeintrag kommt daher heute mit drei Tagen Verspätung. Der Blog der letzten drei Tage wird morgen hochgeladen.

Nachdem wir am Vorabend ohne große Vorwarnung mitten in Haifa aus dem Bus geschmissen wurden, ohne Klamotten oder unsere Autos und ohne organisiertes Hotel, schafften wir es dann doch irgendwie noch eine Absteige mitten in den Bergen zu finden. Dort warteten wir. Wir warteten auf Infos, wann denn unsere Autos ankommen, wie wir in den Hafen kommen sollen und wie es dann überhaupt erst einmal weitergeht. Um 1:00 Uhr nachts kam dann die Information über Facebook, dass sich bitte alle Teams um 07:00 (also in 6 Stunden) am Hafen einfinden sollen. 10 Minuten später dann eine Information, dass die Teams gestaffelt an bestimmten Plätzen in Haifa mit Shuttlebussen zur Fähre gebracht werden. Beginnend um 5:45 Uhr. Wir waren aber zum Glück erst um 9:30 dran. Jetzt heißt es also um 8:00 Uhr aufstehen und das erste Frühstück an einem normalen Tisch, seit wir in Oberstaufen gestartet sind, einnehmen. Als wir dann pünktlich um 9:30 am vereinbarten Treffpunkt ein anderes Team antreffen, heißt es mal wieder warten. Eine halbe Stunde. Wir sehen in 500 Metern Entfernung die Fähre, also machen wir uns kurzerhand zu Fuß auf den Weg, was sich als schwieriger herausstellt, als zuerst gedacht. Es gibt ein Tor das in den Hafen hineinführt. Und das ist eben nicht auf gerader Linie von uns zur Fähre, sondern liegt gefühlte 20 Kilometer abseits. Auf jeden Fall gibt es dann wieder das übliche Prozedere: Pässe abgeben, zu den Autos gehen und Warten. Eine unserer Lieblingsbeschäftigungen bei dieser Rallye. Wieder zwei Stunden später haben wir unsere geliebten glorreichen Halunken wieder und wissen sogar was für heute so in etwa auf dem Programm steht. In Israel wird das ganze Programm von Crosscountry-Tours organisiert und ist, ganz im Gegensatz zur Türkei, straff durchgeplant. Zu allererst müssen wir zügig zum Jordan kommen, an genau die Stelle wo Jesus Anno Domini getauft wurde. Wir verlassen Haifa und das mediterrane Klima und nähern uns wüstenähnlichen Gebieten. Die ersten Kamele tauchen auf, das Thermometer steigt. Angekommen findet sich neben 666 Rallyeteilnehmern, mit ihren mittlerweile nur noch circa 290 alten Kisten, auch der ein oder andere tiefgekühlte Reisebus, der ab und an eine Gruppe Philippiner mit Sonnenschirmen, oder eine Gebetsgruppe auskotzt. Zu kaufen gibt es tolle kleine Tonfigürchen, Poster und Postkarten. Herrlich.
Der Jordan selbst ist an dieser Stelle ein kleines Bächlein in dem ein braune Brühe Richtung Totes Meer fließt. Zwei Meter breit und auf der anderen Seite unser Ziel: Jordanien.
Endlich geht es dann auch weiter. Durch die Wüste und durch militärisches Sperrgebiet in einem Konvoi vorbei an Minenfeldern und zerstörten Wohngebieten. Wir fahren bis zu dem Punkt, an dem der Jordan ins Tote Meer fließt und dürfen hier dann aussteigen um Fotos zu machen. So wie das eben ist, wenn man mit professionell organisierten Touren unterwegs ist. Dann geht es wieder zurück und auf normalen Straßen zu einem Campingplatz am Toten Meer. Es wird wohl diesmal daran liegen, dass es eben so ein durchgeplantes Programm gibt, sodass wir noch vor Sonnenuntergang das Lager erreichen. Dann gehen wir erst einmal ins „Wasser“, um den Wüstenstaub abzuwischen. Jeder von uns hatte bereits viel von dem salzigsten Meer der Welt, am tiefsten Punkt der Erde gehört, gelesen und gesehen. Bilder und Geschichten, wie man angeblich ohne große Anstrengung auf der Wasseroberfläche treiben kann. Wir waren alle ja schon im Meer und wissen, dass man da etwas besser auftreibt, als in einem beheizten Swimmingpool, und stellen es uns auch dann in etwa so im Toten Meer vor. FALSCH! Schon beim waten merken wir, als wir bis zu den Knien im Wasser stehen, wie das Wasser drückt. Der Untergrund ist sehr schlammig und dann ist es soweit. Schwimmen ist nicht möglich. Man kann nur auf dem Rücken treiben. Es ist nicht anstrengend über Wasser zu bleiben, es ist anstrengend auch nur ein Körperteil unter Wasser zu bringen. Unterwasser kann man Salzkristalle ausgraben, das Wasser brennt wie Hölle, wenn man es in die Augen bekommt, oder es eine offene Wunde berührt. Alles in Allem trotzdem ein sehr großer Spaß.
Am nächsten Morgen werden wir wieder von strahlendem Sonnenschein begrüßt. Heute steht Jerusalem auf dem Programm. Eine Stadt, die jeder von uns im Religionsunterricht kennengelernt hat. Eine Stadt, in der bedeutende jüdische, christliche und islamische Bauten stehen, und die seit tausenden von Jahren stets ein hohes Konfliktpotential geboten hat. Für uns heißt Jerusalem erst einmal ein Internetcafé zu suchen: Blog hochladen, Postkarten schreiben und mal eben zu Hause melden, dass man noch gesund und mehr oder weniger munter ist und wir uns alle noch lieb haben. Da wir bereits um spätesten 16:00 Uhr an der Grenze nach Jordanien sein sollen, bleibt uns anschließend leider nicht mehr viel Zeit etwas von diesem einzigartigen Land mitzunehmen. Ein kleiner Abstecher zur Klagemauer durch den Basar von Jerusalem muss reichen. Pünktlich um 15:00 Uhr geht es dann weiter Richtung Jordan, zum letzten Grenzübertritt der Rallye. Wir schaffen es pünktlich um 18:00 viel zu spät da zu sein, kommen aber trotzdem problemlos über die Grenze. Dort werden wir mit großem Bohei und Marschkapelle empfangen, bekommen unser neues Roadbook für Jordanien und geben unser altes vorläufig erst einmal zur Bewertung ab. Dann geht es in Kolonne weiter. Es ist bereits stockdunkel und wir fahren ohne Pause weiter und weiter, bis wir an eine Tankstelle kommen. Im Roadbook steht, dass es zwingend notwendig ist, die Autos vor der Wüstenetappe vollzutanken. Die erste Tankstelle an der wir vorbeikommen ist bereits hoffnungslos überfordert und man kann nur mit Bargeld zahlen. Dummerweise haben wir bisher noch keinen Geldautomaten in der absoluten Finsternis sichten können. Also weiter, bis wir zur nächsten Tankstelle kommen und mit Freuden den Schriftzug VISA erblicken und mit noch mehr Freuden die Tafel mit den Spritpreisen sehen. Keine 1,10€ für Super. Diesel 70 Cent. Mittlerweile 23:00 Uhr, 200 Autos an einer kleinen Tankstelle. Eine Stunde später kann es dann weitergehen, dem Militär hinterher. Blind ins Verderben könnte man meinen. Um 02:00 Uhr nachts erreichen wir das Fahrerlager für die heutige Nacht. Beim Aussteigen fühlen wir ihn zum ersten mal unter unseren Füßen: harter, trockener, glatter Boden. Rissig. Staub. Kein weicher Sand so wie man sich eine Wüste vielleicht vorstellen mag. Eine feine Schicht von mehligem Staub liegt oben auf, er soll in den nächsten 2 Tagen unser gesamtes aussehen und alles was wir besitzen verändern. Er wird in jede Ritze eindringen und jede noch so kleine Pore verstopfen.
Der nächste Tag beginnt mit einem Drag-Race: 2 Kilometer gegen ein anderes Team so schnell es geht hin und zurück. Auf glatter Wüstenbahn. Die ersten Teams testen bereits den Untergrund: Driften, Staub aufwirbeln, Donuts drehen und die Räder fliegen lassen. Während Jonas und Julius den Stuhlstuhl zum morgendlichen Spaziergang ausführen, fühlt sich Felix, angespornt von den vorbeirasenden Teams, dazu verpflichtet mal zu zeigen, wofür unsere Karren eigentlich gemacht sind. Vollgas in die Kurve, Handbremse. Der Staub wirbelt Meterhoch in die Luft. Das macht Spaß, so lange man die Fahrzeuge in ihrer üblichen Fahrtrichtung an die Belastungsgrenze bringt. Und das ist Vorwärts. Das hält Felix aber natürlich nicht davon ab, das ganze auch mal im Rückwärtsgang zu testen. Wenige Minuten später hat Ugly die Schnauze gestrichen voll. Ein kurzes Scheppern und schon wird die Motorkraft nicht mehr auf die Räder übertragen. Ein Simmerring ist geplatzt und der Rückwärtsgang hat sich vollends verabschiedet. Aus dem Motorblock ertönt ab sofort nur noch ein leises Kratzen während des Betriebs, welches aber auch irgendwann verschwinden wird. Ein Rückwärtsgang ist ja ohnehin völlig überflüssig. Für das Rennen gegen Team 38, Team Delta aus München, reicht es ja nach vorne zu fahren. Jetzt heißt es Audi 100 Quattro gegen BMW 525. Deutsche Ingenieurskunst vereint in der jordanischen Wüste. Julius gegen Maximilian. Die Motoren heulen auf, und auf das Startzeichen (zwei nackte Hintern) geht es los. 174 PS auf 4 Rädern peitschen den Audi schneller durch den Wüstensand als der 190 PS Heckantrieb den BMW. Das Rennen scheint schnell entschieden, doch nach nur wenigen Sekunden machen sich auch schon die 16 PS mehr und der fehlende Dachaufbau der Deltas bemerkbar und so geht der Sieg dann knapp an die blauen Jungs aus München. Jeder darf jetzt mal seine Runde drehen, immer mit ähnlichem Ausgang. Dann müssen wir auch schon weiter und den präzisen Angaben aus dem Roadbook folgen: Go straight, cross street go straight into desert. 30 km South 1 km East 600m South pass nothing and drive direction nowhere. Follow the dust of the teams infront of you. If you get lost don’t try to find your way back, we will find you. HAVE FUN! Also alles ganz einfach. Nach bereits 10 Minuten fahren wir auf einem Pfad Richtung Osten, obwohl wir noch weitere 25 km Richtung Süden fahren sollen. Da wir mal wieder mit leichter verzögern als mitunter die letzten das Camp verlassen haben, sehen wir kein anderes Team vor uns. Also umdrehen und schon taucht irgendwann ein anderes Team in der Ferne auf. Deutlich zu erkennen an der Staubsäule, die sich über ihnen bildet. Unter den Fahrzeugen befindet sogar der „Vorrausbrauswagen“ des Organisationskomitees – ein roter 3-er BMW mit Blaulicht und Sirene. Ab jetzt geht es also wieder in kleiner Kolonne durch die Gesteinswüste. Wenig Sand, aber umso mehr Staub. Eine Landschaft wie auf einem anderen Planeten. Die Sonne brennt, die Luft flimmert. Links und recht erheben sich kleine Hügel. Ein anfangs wieder einmal sehr beeindruckender Anblick. Anfangs! Irgendwann macht der Staub einen mürbe und die Sonne zwingt einen in die Knie. 2-Liter Wasserflaschen gehen weg wie nix. Immer wieder anhalten und darauf warten, dass die Kolonne zusammen bleibt. Der zehnte Plattfuß bei den anderen Teams, irgendwo in der Wüste liegt jetzt eine Endrohr von einem Mercedes Benz. Auch Ugly lässt wieder hängen. Der Auspuff scheppert über die scharfkantigen Steine der Wüste. Egal. Wir haben es endgültig satt das Mistteil immer wieder provisorisch am Auto zu befestigen. Soll er halt scheppern. Irgendwann wird schon Schluss sein. Bei einem weiteren Halt mitten im Nirgendwo, die Wind pfeift uns mit ca. 80 Sachen um die Ohren, tauchen aus der Wüste ein paar andere Teams auf. Herbe Sahne und Delta sind unter anderem dabei. Sie haben sich zufällig getroffen als sie beide stur dem Kompass hinterher nach Süden gefahren sind. Ohne Führungsfahrzeug. So geht es dann auch immer weiter und die Kolonne wird größer und größer. Die Sonne nähert sich allmählich dem Horizont im Westen. Mit 80 Km/h über Schotter. Bis zur nächsten befestigten Straße. Bei dieser Belastung werden wir dann endlich erlöst. Hinter Uglys Katalysator werden Mittel- und Endschaldämpfer abgetrennt und liegen nun mit einigen anderen Autoteilen in der Wüste. Der neue Sound ist im ersten Moment ziemlich geil. Wenn man nicht selbst im Auto sitzt. Es dröhnt und knattert, jede Fehlzündung ist deutlich zu hören. Jetzt klingt Ugly auch wie ein Rallyewagen. Weiter geht’s und endlich sehen wir wieder Asphalt vor uns. Wir halten an der Straße um auf den Rest zu warten. Benzingeruch steigt uns in die Nase. Ugly hat den ersten Platten der gesamten Rallye. Der Benzingeruch wird stärker und wir hören es allmählich. Plätschern. Und dann sehen wir auch die mittlerweile garnicht mehr so kleine Lache unter Good. Ein Riss im Tank. Das Schutzblech unter dem Tank ist völlig ramponiert. Bei Bad hängt es von nur noch einer Schraube gehalten, trostlos unterm Auspuff. Es wird bereits Dunkel und wir müssen noch bis zum Camp kommen. Da wir spontan nichts haben, womit man den demolierten Tank reparieren könnte, bleibt uns nichts anderes übrig,als Good an Bad dranzuhängen und die letzten 50 km zu schleppen. Wir erreichen das Lager nach ewiger Suche mit anderen Teams mal wieder als mitunter die Letzten und bereiten unser Nachtlager vor.
Am nächsten Tag müssen wir früh aufstehen, um alle Schäden zu begutachten, die uns die Wüste zugefügt hat. Philipp vom Team 3 ist Automechaniker und kann uns mit einem Knetmetall, welches wir von Team 9 bekommen, den Tank flicken. Ansonsten haben sich die drei Caballeros gut geschlagen und nur ein paar optische Schäden erlitten. Sven wird noch von einem Soldaten zur nächsten Tankstelle gefahren um neuen Sprit für Good zu holen und so kommen wir als allerletzte los, machen uns auf den Weg Richtung Totes Meer und lassen die Wüste endgültig hinter uns. So schön sie auch war, so viel Kraft hat sie einen auch gekostet. Alles in unseren Autos ist mit Staub bedeckt und nach 2 Nächten ohne Dusche in der Wüste sind wir es auch.

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Tag 14 bis 16 – Zurück ans Meer

Der Ofen glüht. Holz Vertäfelung und gedämmtes Licht in der Sauna. Schweiß tropft von der Nase.
Plötzlich ist es hell, die Hitze bleibt. Es war nur ein Traum, doch der Schweiß rennt einem trotzdem weiter über das Gesicht. 7:00 Uhr morgens, weit im Osten der Türkei irgendwo in der Nähe von Severek, wo wir unser Lager aufgeschlagen haben, steht die Sonne bereits hoch über dem Horizont. Das Thermometer klettert bis an die 30°C Marke. An Weiterschlafen ist nicht zu denken. Beim Öffnen des Zeltes stellt sich heraus, dass wir es in absoluter Dunkelheit geschafft haben einen perfekten Schlafplatz zu finden. Alles ist vertrocknet, wir stehen vor einem kleinen Hügel an einer Landstraße, auf der etwa alle 20 Minuten ein mehr oder weniger motorisiertes Fahrzeug vorbeifährt. Bei der Hitze fällt es schwer in die Gänge zu kommen; alle sind träge und versuchen sich im Schatten von Good, Bad und Ugly zu verkriechen. Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 wird reichlich aufgetragen, getreu dem Motto: Viel hilft viel.
Nachdem alle Dachboxen wieder verrammelt und verriegelt und alle Türen und auch Kofferräume verschlossen sind, wird die Drohne gestartet. Der Hügel an dessen Fuß wir stehen ist nur mit dünnem, vertrocknetem Gras bewachsen und es liegen wenige kleine Steine herum. Kein Thema für die 3 Jungs aus dem wilden Westen. Gemächlich ackern sich 12 Reifen über Geröll, Gräser und kleine Sträucher den Weg nach oben, wo man dann mit einer rundum freien Sicht belohnt wird. Nach dem Abstieg geht es dann weiter Richtung Mittelmeer. Auf dem Weg zum nächsten Ort, in dem Frühstück und Getränke besorgt werden sollen, taucht einige hundert Meter rechts der Straße ein türkisblauer See auf. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass unser Tagesziel nicht allzu weit entfernt ist und es einen Ort in direkter Nähe des Sees gibt. Eine Entscheidung ist schnell getroffen: Frühstück besorgen und dann einen Weg zum Wasser finden.
An der Tankstelle des Ortes bildet sich schnell eine Traube von kleinen Kindern um unsere Wagen. Völlig fasziniert von den Funkgeräten rennen sie von Wagen zu Wagen und brüllen „Hello“ „Merhaba“ und „Chabos Babos“ in die Funkgeräte. Als wir uns wieder auf den Weg machen wollen ist wohl die Enttäuschung sehr groß und manche Kinder reißen Türen auf und wühlen in unseren Sachen rum. Schnell machen wir uns davon und finden einen Feldweg der direkt bis an eine kleine Bucht des Sees führt. Es sollte wieder einmal ein großer Glücksgriff für uns werden, finden wir genau an dieser Stelle des Ufers dieses Sees „Elma“, unsere neue Kühlerfigur für Bad, die uns sicherlich Gehör verschaffen wird. Hier sagen Bilder mehr als tausend Worte.
Wir kramen die Stühle raus, tragen erneut Sonnencreme auf und setzen uns zum Frühstücken ans Ufer: frische Fladenbrote noch heiß vom Ofen und Melone. Nachdem wir vorbildlich eine halbe Stunde nach dem Essen (Zeitangaben basieren auf grob gefühlten Schätzwerten) gewartet haben, stürzen wir uns in das perfekt temperierte Türkis. Selbst unser Stuhlstuhl traut sich rein und wird nochmal richtig sauber gemacht.
Hier kann man bleiben, leider sollen wir abends in Osmaniye sein, also geht es mit Elma vorweg weiter auf den Straßen der Türkei, immer weiter Richtung Westen entlang der syrischen Grenze, durch Gaziantep und noch weiter. Auf den blauen Straßenschildern liest man des Öfteren gelb unterlegt „Halep“. Aleppo. Drei Tage zuvor erst sind wir bis an die Grenze zum Iran gefahren, ein in den Köpfen so weit entferntes Land und jetzt klopfen wir an der Haustür eines im Chaos versunkenen Landes, wo genau in diesem Moment das Assad-Regime erneut Luftangriffe auf Wohngebiete befiehlt. Gänsehaut macht sich breit. Man hat allerdings nie das Gefühl in Gefahr zu sein. Alles hier geht seinen gewohnten Gang, als ob es überhaupt keinen Krieg in den Nachbarländern Irak und Syrien gibt und gab.
Abends erreichen wir, womöglich sogar zum ersten mal seit Rallyestart, im Hellen das Lager in Osmanyie. An einem der westlichsten Orte die man sich vorstellen kann: einer Mall mit lauter schicken Geschäften, klimatisiert und schön herausgeputzt. Schöne neue Welt. Für das Fahrerlager wurde eine Straße entlang der Mall gesperrt. Die Jungs vom Team 777 mit ihren BMWs, kommen vorbei und es stellt sich heraus, dass sie im gleichen Dilemma stecken wie wir: bleiben oder fahren. Es wird bereits dunkel und die Voraussetzungen im Dunkeln Schlafplätze zu finden sind eher suboptimal. Hier ständen wir bereits parat, bräuchten nur unsere Dachboxen aufklappen und wären schlafbereit. Aber wir stehen nun einmal nicht am schönsten Ort der Türkei und wären in 20 Minuten am Mittelmeer. Als dann einer das Wort „Grillen“ in Kombination mit „Meer“ fallen lässt geht dann alles ganz schnell: Grillfleisch wird besorgt, die Autos beladen, bei Google Maps ein geeigneter Platz gesucht und wir treffen uns nach 15 Minuten abfahrbereit mit sechs Kombis. Mittlerweile ist es natürlich dunkel aber wir schaffen es die richtige Schotterpiste zu finden und landen fünf Meter vom Wasser entfernt an einem Kiesstrand. Grill anschmeißen, Tische aufbauen, Hackfleisch auf den Spieß ziehen und los geht’s.
Für den nächsten Tag steht wieder einiges auf dem Programm, so dass wir recht früh schlafen gehen und auch prompt wieder recht früh vom Muezzin geweckt werden, der nach der Lautstärke zu urteilen bei jedem persönlich im Zelt liegt. Mitten an diesem gottverlassenen Strand hat jemand an einem Mast einen Lautsprecher befestigt und ihn auf volle Lautstärke gedreht. Und auch für die Moskitos sind wir ein gefundenes Fressen. Pro Zeltaufbau werden mindestens zehn Blutsauger erlegt und für jeden Blutfleck tauchen zwei neue Mücken auf. Ein Kampf auf verlorenem Posten.
Also früh aufstehen und Markus und Julius machen sich auch sogleich auf die Suche nach einem neuen Stoßdämpfer für Good. Vorne links fährt er mittlerweile wohl nur noch auf der Feder.
Bei einem kurzen Stopp am Geldautomaten taucht unser Held für den Tag auf. Murat. „Seid ihr deutsch? Was ist hier los? Ich sehe hier im Minutentakt Rallyewagen durch die Stadt fahren.“. Murat ist Deutschtürke der ein halbes Jahr in Göttingen wohnt und die andere Hälfte des Jahres in Iskenderun verbringt. Er bietet uns an bei der Suche nach einem Stoßdämpfer als Dolmetscher behilflich zu sein und führt uns mit seinem Wagen ins Werkstattviertel, besorgt uns Frühstück und organisiert uns Stoßdämpfer für einen Audi A6. Der ist allerdings nicht kompatibel mit dem Auto mit dem wir unterwegs sind und da wir um 12:00 bereits an der Fähre sein sollen, wird es leider nichts mehr mit einem Ersatzteil, trotz Murats Bemühungen. Allerdings besorgt er uns zum Trost ein Hotel zum gleichen Preis wie in Dogubayazit, allerdings mit höherem Standard und sogar Frühstück inklusive. Wir treffen uns wieder alle vor besagtem Hotel, packen unsere Tagesrucksäcke für eine Nacht und beziehen das Zimmer. Dann bringen wir die 3 Autos pünktlich zur Mittagsstunde zum Hafenbecken. Die Fähre steht bereit zum beladen. Alle Teams sind da. Die Sonne steht im Zenit. Staub, Diesel und ein Gemisch aus Schweiß und Sonnencreme flirrt durch die Luft. Alles steht, ein paar Lkw fahren zur Fähre, keines der Rallyeautos bewegt sich. Verwirrung macht sich breit. Plötzlich erreicht uns die Nachricht, dass sich die Teams in den Gruppen, in die wir vorher eingeteilt wurden, auf den Vorplatz der Fähre begeben sollen. Endlich kann es losgehen mit bereits zwei Stunden Verspätung. Wir beschließen uns aufzuteilen. Drei (Lukas, Jonas und Sven) bleiben bei den Autos, um sie endgültig auf die Fähre zu fahren und die anderen Drei (Markus, Julius und Felix) gehen schon einmal zurück ins Hotel und erledigen noch ein paar Kleinigkeiten. Im weiteren Verlauf des Tages kommt dann die Nachricht aus dem Hafen, dass vorerst mal Garnichts mehr passiert. Die Autos bleiben direkt vor der Fähre stehen, Informationen wann es weitergehen soll gibt es keine. Gerüchte machen die Runde, von „Die sammeln alle Blitzerbilder aus der Türkei um noch schnell die Strafen einzuheimsen“ über „Der Kapitän ist besoffen ins Wasser gefallen“ bis hin zu „In 30 Minuten geht’s los“ und im Gegensatz dazu „Vor morgen Mittag geht hier erstmal nichts“. Sinnlos rumzuhängen und zu warten hilft Lukas, Jonas und Sven im Moment auch nicht, also gehen die anderen drei zu Murat, der im Kiosk seines Schwagers bereits auf uns wartet. Sobald er uns kommen sieht lässt er alles stehen und liegen, holt seinen Autoschlüssel und fährt mit uns zunächst mal eine ordentliche Wasserpfeife kaufen, inklusive Tütün (Tabak). Das alles für sehr kleines Geld, dank Murats Verhandlungsgeschicks. Weiter geht es dann zum Abendessen – unser erster Döner in der Türkei. Der kommt hier nicht wie bei uns in Deutschland in einer Brottasche, sondern in Fladenbrot eingerollt und schmeckt natürlich viel besser. Von der Fähre gibt es derweil keine Neuigkeiten. Wir können also auch weiter nichts mehr tun und so zeigt uns Murat die „beste Shisha-Bar in ganz Iskenderun“, dessen Besitzer natürlich auch ein sehr guter Freund von Murat ist. Uns wurde nicht zu viel versprochen: im 5 Stock auf einer Dachterrasse liegt dir Bar mit Blick aufs Meer. Julius bekommt dann auch sogleich einen kleinen Einführungskurs vom Shisha-Meister (er ist alleine für das zubereiten der Pfeifen zuständig und tut auch sonst nichts anderes) wie man denn so eine orientalische Wasserpfeife korrekt zubereitet und obendrauf gibt es noch eine kleine Probierportion Tabak in der Geschmacksrichtung Honigmelone. Rechtzeitig zum Anpfiff organisiert unser neuer privater Touristenführer uns einen eigenen Bildschirm auf dem dann extra für uns das DFB-Pokalfinale übertragen wird. Chai-Tee wird ohne Unterbrechung serviert. Alkohol gibt es keinen. Murat erzählt uns viel, von seinem Hobby der Jagd und von der Türkei. Er selbst ist nicht sehr streng gläubig und isst auch Schweinefleisch, am liebsten wenn er es selbst erlegt hat. In der Region scheint es jede Menge davon zu geben. Da niemand Schweinefleisch isst und die Tiere keinen natürlichen Feind haben, können sie sich sehr stark verbreiten.
Zur gleichen Zeit im Hafen bewegt sich immer noch nichts. Offizielle Informationen gibt es nicht, und so kocht die Gerüchteküche munter weiter. Immerhin hat ein Team einen Beamer dabei, ein anderes kann Internet zur Verfügung stellen und so gucken alle zusammen Bayern gegen Dortmund. Die Stimmung ist trotz der verkorksten Situation gelassen.
Nachdem das Spiel dann völlig unverdient zu Ende gegangen ist, können sich Julius, Markus und Felix zurück auf den Weg ins Hotel machen. Dort organisiert Murat für uns noch, dass das Frühstück bereits um 5:30 Uhr und nicht erst um 7:30 Uhr aufgetischt wird, da wir bereits um 6 Uhr den Shuttlebus zum Flughafen nehmen sollen. Wenn denn bis dahin die Autos auf dem Schiff sind. Denn bei der Fähre gibt es um mittlerweile 1:00 Uhr nachts immer noch keine Veränderung. Wir verabschieden uns herzlich von Murat und bedanken uns für die außerordentliche Hilfe die er für uns war und für den unvergesslichen Tag in Iskenderun und gehen ins Bett.
Erst um 1:45 soll es mit der Verladung beginnen und um 3:00, 12 Stunden hach geplanter Zeit, sind dann endgültig alle Autos verschifft und die ersten Teams nehmen schon eine halbe Stunde später den Bus nach Adana zum Flughafen. Der Rest unserer Gruppe kann um halb drei noch satte zweieinhalb Stunden Schlaf genießen.
Unser letzter Tag in der Türkei geht zu Ende. Ein Land das uns mit offen Armen empfangen hat und uns jeden Tag aufs Neue positiv überraschen konnte. Ein Land der mitunter gastfreundlichsten Menschen auf dieser Welt, mit einem kulturellen Erbe, das man in 2 Leben nicht erkunden kann und mit einer Landschaft, die sich keiner von uns so schön vorgestellt hat. Ein Land das gerade abseits der Touristenhochburgen am Mittelmeer am schönsten ist und wo die Leute die ohnehin am wenigsten hatten am meisten zu geben vermochten! Auf Wiedersehen Türkei, wir kommen wieder.
Den letzten Tag verbringen wir dann hauptsächlich in Transportmitteln und Flughafenterminals, bis wir abends unsere nächste Etappe erreichen:
Schalom Israel

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Tag 11 bis 13 – Durchs wilde Kurdistan

Es gibt viele Arten geweckt zu werden, eine der schönsten ist zweifellos das Rauschen des Meeres zu hören. Nach einem Erwachen am Schwarzen Meer bei strahlendem Sonnenschein ist gute Laune vorprogrammiert. So wird selbst eine Autoreparatur in einer Werkstatt bei Ordu zum großen Vergnügen. Nachdem nun schon seit mehreren Tagen ständig Ugly’s Auspuff abfällt und er sich damit bereits den Veltins verdient hat, welcher nun auf seiner Motorhaube mitfährt, sind wir gezwungen das Ganze „professionell“ reparieren zu lassen. Am Stadtrand Ordus finden wir, wie es in der Türkei üblich ist, ca. 50 Autowerkstätten aneinandergereiht vor. Bei Reparaturservice mit Hinterhofflair soweit das Auge reicht haben wir die Qual der Wahl. Als wir dann die drei BMWs von Team Delta vor einer Garage stehen sehen und die Jungs eine Empfehlung für diese aussprechen wird uns die Entscheidung abgenommen. Die Reparatur des Auspuffs ist relativ schnell erledigt. Zwei Auspuffgummis, zwei Kabelbinder, fertig. Doch ohne einen Chai getrunken zu haben kann in der Türkei kein Geschäft abgeschlossen werden. Im Büro des Werkstattbetreibers versammeln wir uns mit Chef und Mitarbeitern. Ein Anruf genügt und von irgendwoher kommt jemand mit einem Tablett, acht Chai-Tees und einer Dose Zuckerwürfeln. Der im Büro befindliche PC fungiert mithilfe des Google-Translaters als Wörterbuch. Die Verständigung dauert zwar sehr lange, aber wir haben ja schließlich Zeit. Sämtliche Facebook-Bilder vom Team 2Fast 2Curious werden angeguckt und das eine oder andere auf türkisch kommentiert. Als Julius irgendwann zusammenhangslos das vor einigen Tagen neu erlernte Wort „Ekmek“ (Brot) einwirft weiten sich erschrocken die Augen eines vollschlanken Mitarbeiters. Aufgeregt wiederholt er das Wort, packt Julius am Arm und unterhält sich hektisch mit seinen Kollegen. In der Hoffnung sein Bedürfnis nach Brot befriedigen zu können gehen wir zum Auto und packen unsere zuvor gekauften Baguettes und Sesam-Ringe aus. Erleichtert sieht er das „Ekmek“ und alle Aufregung ist wie weggeblasen. Wie sich herausstellt war er lediglich besorgt, dass wir hungrig in seiner Werkstatt sitzen, er selbst hatte scheinbar gerade erst gefrühstückt. So nahmen wir unser Brot, ein Glas Nutella und kehrten zum ausgiebigen Frühstück ins ca. sieben Quadratmeter große Büro zurück. Ein weiterer Anruf, acht weitere Tees und zwei Stunden nach der fünfminütigen Autoreparatur verlassen wir die Werkstatt Richtung Ararat.
Die Strecke verläuft, wie immer durch atemberaubende Landschaften und über hohe Bergketten. Nach unzähligen Stunden kehren wir hungrig in einen kleinen Ort kurz vor Dogubayazit ein. Alles in diesem Ort ist dunkel und wirkt sehr abweisend. Der einzige beleuchtete Ort ist eine Tankstelle, und irgendwie scheint das gesamte Dorf auf der Straße unterwegs zu sein. Kurz bevor wir uns entscheiden weiterzufahren wird der Ort wieder erhellt und offenbart einige gemütlich aussehende Wirtschaften und schnell wird uns klar, dass es hier wohl nur einen Stromausfall gab. Ein passendes Restaurant ist schnell gefunden. Bestellt werden sechs CocaColas und Fleisch. Wortwörtlich. Von der Vorstellung ein auf einer Karte beschriebenes Essens bestellen zu können haben wir uns ja bereits in Istanbul verabschiedet. Serviert wird einen Haufen Fleisch auf einem handelsüblichen Mensatablett. Rind, Lamm und Huhn mit Tomaten und Tzaziki garniert, dazu Ekmek; Teller gibt es keine. Was will man mehr.
Nach ein paar weiteren Kilometern Fahrt entschließen wir uns aufgrund heftigen Dauerregens in einem Hotel in Dogbayazit am Fuße des Ararat zu übernachten.
Außer für Felix scheint es eine Ewigkeit her gewesen zu sein mal richtig ausgeschlafen zu haben. Gegen 10 Uhr bemühen wir uns aus den teilweise mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten vom vorherigen Gast beschmierten Hotelbetten. Gefrühstückt wird bei schönstem Wetter auf der Dachterrasse mit Blick auf den über 5000 Meter hohen Ararat. Inspiriert von diesem Anblick entschließen wir uns Richtung Berg aufzubrechen um vielleicht eine Straße die ein Stück hinaufführt zu finden. Kaum haben wir ein kleines, aus Lehmhütten bestehendes Dorf passiert, sollen wir jedoch enttäuscht werden. Bereits bei der Fahrt Richtung Berg über ein Feld versinkt Bad bis zur Kardanwelle im schlammigen Lehm. Nichts geht mehr. Selbst ein quattro-Antrieb mit manueller Differentialsperre ist machtlos wenn sich das Fahrzeuggewicht statt auf die Räder auf den gesamten Unterboden verteilt. Nach einigen kläglichen versuchen sich aus eigener Kraft zu befreien, müssen härtere Geschütze aufgefahren werden. Das einzige was sich bisher befreite war die Kupplung von ihrem Belag. Zwei weitere Versuche das Auto mithilfe von Good aus dem Lehm herauszuziehen scheitern ebenfalls kläglich. Die an einer Tankstelle für 8 Türkische Lira gekauften Stahl-Abschleppseile hätten genauso gut auch silbern angesprühte Zahnseide sein können. Kaum waren sie gestrafft, waren sie auch schon wieder gerissen. Wir stecken mitten im Nirgendwo der Osttürkei. In der Nähe lediglich ein 50-Seelen Bauerndorf von dessen Bewohnern keiner ein Auto besitzt. Unsere größte Hoffnung dahin. Unterdessen nährt sich ein Bauer, der sich das Spektakel für die nächste halbe Stunde wortlos, mit einem leichten Grinsen auf dem Gesicht aus nächster Nähe ansieht. Erst nachdem Lukas und Julius im Lehm-Dorf eine Schaufel organisieren konnten, kommt Bewegung ins Spiel. Schnell ergreift der Bauer Initiative und Schaufel und beginnt die Räder freizubuddeln. Als noch ein anderer Bauer samt Sohn und zweiter Schaufel dazu stößt scheint es kinderleicht. Die freigeschaufelten Räder werden mit dem Wagenheber angehoben und mit Steinen untermauert. Mit viel Schieben und Ziehen gelingt es uns endlich das Auto zu befreien. Den Veltins für den morgigen Tag hat sich Bad aber dennoch verdient. Als Dankeschön bekommt jeder Bauer einen Adidas-Pulli und Kuscheltiere für seine Kinder; der Junge bekommt einen Fußball. Überglücklich marschieren die drei zurück aufs Feld. Im Dorf scheint unsere Anwesenheit dennoch die Runde gemacht zuhaben und während wir unsere Sachen einpacken um weiterzufahren kommen einige Kinder auf uns zu und beobachten neugierig das Geschehen. Da ein paar unserer Teddypatenschaften bereits in der Türkei übergeben werden sollen, entschließen wir uns unsere ersten Teddys an die Kinder zu verteilen. Hier sind sie garantiert gut aufgehoben. Zwei Jungs bekommen noch zusätzlich einen Fußball und völlig aufgedreht vor Freude laufen alle zurück ins Dorf. Auch wir brechen auf, weniger aufgedreht aber dennoch voller Freude in Richtung Van See. Untypischerweise erreichen wir noch vor Sonnenuntergang unser Ziel und errichten unser Nachtcamp mitten im Fahrerlager an der Van Burg. Nach Spaghetti Bolognese und einer langen, netten Unterhaltung mit zwei Fahrern vom, von uns sehr geschätzten, Team „Herbe Sahne“ geht es in unsere Dachzelte.
Am nächsten morgen werden wir fast schon gewohnheitsmäßig von der Sonne begrüßt. Van ist bekannt für sein ausgesprochen gutes Frühstücksangebot. Dieses Gerücht wollen wir nicht unerprobt lassen. Wir setzen uns in den Garten eines Cafés und zeigen der Bedienung wie üblich die Gesten für Essen und Trinken. Alles Weitere ist überflüssig. Das Essen, welches wir kurze Zeit später bekommen, ist so lecker wie außergewöhnlich, zumindest für Deutsche. Geschmacklich beschrieben essen wir Honig mit Buttermilchcreme, eine Ernduss-Karamell Paste, Koriander-Tzaziki und einen Käse für den die Beschreibung „kräftig“ maßlos untertrieben wäre. Mit gut gefülltem Magen geht es Richtung Van-See wo wir nach langer Suche einen schönen Rastplatz direkt am Wasser finden. Laut Organisationskomitee lässt sich im See aufgrund des hohen Solegehalts Kleidung ohne Spülmittel waschen. Da die meisten von uns mit der letzten Unterhose unter der Jeans zum See gefahren sind, kommt das wie gerufen. Nach Wäschewaschen und Schwimmen geht es weiter Richtung Dyarbakir. Unsere Schwimmeinlage hat uns im Rallyefeld weit nach hinten geworfen. Noch ein Tankstopp und dann werden ein paar Kilometer gut gemacht, so der Plan. An der Tankstelle stellt sich allerdings heraus, dass die vorherigen Rallyeteams die gesamte Zapfsäule leergesaugt haben und für Good, Bad und Ugly nur noch insgesamt 50 Liter übrig geblieben sind. Das kann der Tankstellenbetreiber natürlich nicht auf sich sitzen lassen und prompt werden wir zum Chai eingeladen. Mit ausreichend Tee versorgt fahren wir eine fünf Kilometer entfernte Tankstelle an. Benzin ist noch ausreichend vorhanden, Chai gibt’s trotzdem – gleich zwei pro Person.
Später am Abend erreichen wir Dyarbakir, die Stadt, die man auch gerne als kurdische Hochburg bezeichnet. Circa 1 Millionen Einwohner. Irgendetwas ist uns nicht ganz geheuer, als wir im Dunkeln auf der Suche nach Essbarem das Stadtzentrum erreichen. Bereits vor 21:00 Uhr abends ist alles geschlossen und verbarrikadiert, Kinder rennen teils randalierend über die Straße. Panzerwagen fahren durch die Straßen. Wir fahren an Wasserwerfern vorbei. Wir nehmen unsere Füße in die Hand und verlassen Dyarbakir Richtung Westen. Später stellt sich heraus, dass es in der Türkei aufgrund des Grubenunglücks mit bereits über 200 bestätigten Toten, in mehreren Großstädten zu Ausschreitungen und Protesten kam; scheinbar auch in dieser Stadt. Nach ein paar Minuten Fahrt erreichen wir dann aber das beschauliche und ruhige Siverek, wo ein kleines Café noch für uns geöffnet hat und uns Köfte, Böregesi und Nargile in den Geschmacksrichtungen Kavun und Elma zubereitet. Der Stresspegel sinkt, es geht ein paar Kilometer weiter und mitten auf einem Feld abseits der Straße errichten wir unser Nachtlager bei 20°C und sternenklarem Himmel.

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Tag 8 bis 10 – Spielplatz für große Jungs

Wasser. Warmes Wasser rieselt auf den Kopf. Plötzlich wird es eiskalt, dann kochend heiß. Egal, wir haben eine Dusche. Die Nacht im Hotel war die entspannteste seit Tagen. Manch einer geht gleich zweimal duschen. Dann heißt es zusammenpacken, ein schnelles Frühstück an den Autos, das Team mit den Feuerwehrautos flönzen und los geht’s.
Endlich geht’s Offroad weiter – heißt es zumindest im Roadbook. Zunächst wartet die vielleicht schwierigste Herausforderung auf uns: Findet den Weg aus Ankara heraus. Eigentlich müssten wir ja nur auf eine der drei Schnellstraßen gelangen, welche aus Ankara herausführen, was ja mit Beschilderung kein Problem sein sollte. Eben jene gibt es aber nicht; zumindest nicht da wo wir uns rumtreiben. Auf Nachfrage schickt man uns, falls das Gespräch nicht ohnehin an mangelnden Sprachkenntnissen beider Parteien scheitert, stets in entgegengesetzte Richtungen oder sagt uns, dass es ohne Autobahnbenutzung unmöglich sei die Stadt zu verlassen. Wir kein Wort Türkisch, die Gefragten kein Wort Englisch oder Deutsch und Julius’ Französischkenntnisse sind vollends überflüssig. Die ersten SMS erreichen uns von zuhause: „Euch brennt doch der Helm“ und „Ist der GPS-Tracker im Eimer?“ stehen auf unseren Mobilfunkgeräten. Irgendwann schafft es jemand uns verständlich zu machen in welche Richtung wir fahren müssen. Wie durch ein Wunder erreichen wir die Schnellstraße. Sofort läuft wieder alles wie geschmiert. Sehenswerte Berglandschaft, Sonnenschein und gut ausgebaute Straßen. Willkommen in Anatolien.
Wir erreichen Bogazkale, den letzten Ort vor der 4×4-Strecke. Tank und Magen werden gefüllt, die Offroadrallye beginnt. Etappenweise geht es wie bei einer Schnitzeljagd über Stock und Stein von einer historischen Stätte zur nächsten. Das Roadbook gibt die Strecke vor und führt uns zu außergewöhnlichen Orten abseits der normalen Wege. Vor mehr als 3000 Jahren errichteten die Hethiter ihr Reich in der heutigen Türkei. Wirklich viel Zeit alle diese Bauten zu bewundern bleibt uns allerdings nicht.
Wir verlassen jegliche Zivilisation, fahren über Feldwege und Schotterpisten durch die Hügel Anatoliens. Die Schönheit der Landschaft zu beschreiben ist schwer möglich und nur bedingt durch Fotos einzufangen. 174 PS werden über 4 Räder auf Steine, Schlamm und Staub übertragen und die Autos ziehen sich wie an Karabinern die steilsten Steigungen hoch. Wer vorne fährt atmet frische Luft der Rest frisst Staub. All das hinterlässt seine Spuren und Ugly macht seinem Namen alle Ehre. Lautes Schrammen von unten ist bereits nichts neues mehr (die von Norbert eingebauten Bodenbleche sind Gold wert). Ein stetiges Scheppern von hinten ist dann aber doch etwas ungewöhnlich. Prompt ist im Funk „Wat is denn da mit dem Auspuff vom Ugly los“ zu hören. Die Auspuffgummis hat bei der Belastung das Zeitliche gesegnet. Doch auch mitten im Nirgendwo ist man auf der Rallye nie alleine. Mehrere Teams halten an, fragen was los ist, wie man helfen kann und so stehen wir nachher mit zwei nagelneuen Gummis für den Auspuff, einer Auffahrrampe, einer Metallsäge und ca. 10m Wäscheleine da. Wir binden den Auspuff mit Seil provisorisch fest und ziehen alles noch einmal mit Lochband nach – das sollte fürs erste wohl reichen. Wirklich verärgert konnten wir über die Unterbrechung nicht sein, standen wir doch bei strahlendem Sonnenschein auf einer Anhöhe mit (ihr werdet es vermutlich des Öfteren hören) atemberauben Ausblick, hatten jede Menge nette Unterhaltungen mit anderen Teams und auch der Stuhlstuhl konnte sich gekonnt in Szene setzen. Andere Teams haben weniger Glück. Wir kommen hinter einer steilen Rechtskurve zum Stehen und vor uns bietet sich ein Bild des Schreckens: Trümmerteile und Splitter liegen im Staub, ein roter BMW ist als solcher nicht mehr zu erkennen. Dann aber die Nachricht, dass es allen gut geht, bis auf eine kleine Beule am Kopf (später im Krankenhaus kann auch eine Gehirnerschütterung ausgeschlossen werden). Der Fahrer hat die Geschwindigkeit wohl eindeutig unterschätzt und die Gefahren eines Heckantriebs auf so rutschigem Untergrund zu spüren bekommen. Nachdem uns versichert wurde, dass es allen gut geht und unsere Hilfe nicht mehr von Nöten ist fahren wir weiter und kommen am späten Abend im Fahrerlager in Corum an.
Der neunte Tag begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen weit jenseits von 20°C. Heute steht der zweite Teil der „Chinesen-Rallye mit erhöhtem Offroadanteil“ an. Vorher befiehlt uns das Roadbook allerdings erneut Fotos von verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu machen. Während Markus und Felix Frühstück organisieren, steuert der Rest mit dem Taxi die fünf Fotopunkte an. Als Highlight entpuppt sich der türkische Taxifahrer, der nur wenige Brocken Englisch spricht aber uns mit viel Gelächter versucht Türkisch beizubringen: Su, Yürü Yürü und Ekmek gehören ab sofort zu unserem Wortschatz. Am Ende lädt er uns noch zu einem Tee in die Taxizentrale ein.
Um 12 Uhr geht’s dann weiter mit einem Massenstart in Richtung Tokat. War man am Tag zuvor noch größtenteils alleine unterwegs oder traf nur Teams die langsamer waren, fuhr man heute in Kolonne los.
333 Autos (abzüglich ein paar Unfallwagen, Ausfällen und Hängegebliebenen) auf einer staubigen Piste. Ein anderes Team mit 3 Audis klebt an uns dran. Wir hupen und schieben uns an den langsameren Fronttrieblern vorbei, bis einige hundert Meter vor uns plötzlich der erste Wagen erscheint: Fiat Ducato, mattschwarz. Team Chasing Orient Hills. Jetzt gilt es den vorhergehenden Schlagabtausch im Internet in die Tat umzusetzen. Tunnelblick. Olivia. So heißt der Wagen. Doch so ein Ducato vermag mehr zu leisten als er im erstem Moment anscheinen lässt und die Jungs von COH schenken uns keinen Zentimeter. Jeder Versuch an Olivia vorbei zu preschen scheitert. Wir taktieren: links antäuschen, damit der andere rechts vorbeiziehen kann. Doch so leicht sind die Jungs nicht zu vernaschen. Bis dann irgendwann Good in einer scharfen Linkskurve an Olivia vorbeizieht. So geht es dann auch weiter, bis sich alle drei durchgemogelt haben. Im Rückspiegel sehen wir immer noch die 3 Audis.
Vor uns sind nun nur noch Thomas und Alex im letzten COH Wagen und führen das Feld an. Sie lassen uns relativ schnell vorbeifahren und bekommen als Dank eine Bananenschale ab, in der Hoffnung dass sie ausrutschen. Ihre Antwort lässt nicht lange auf sich warten: völlig unerwartet trifft eine mit 100%-iger Präzision geworfene Wasserbombe Ugly ins offene Fenster und explodiert über das gesamte Wageninnere. Touché.
Unser Tagesziel ist erreicht, auch wenn es ein unfairer Kampf war. 174 PS in einem Kombi verteilt auf zwei Achsen gegen zarte 90 PS auf den Vorderrädern. Umso mehr haben sich die sechs Nürnberger unseren Respekt verdient.
Ab jetzt geht es etwas gediegener weiter. Wir kommen im ersten Dorf entlang der Route an und werden von allen Bewohnern mit traditionellem Essen und Tanzvorführungen wärmstens empfangen. Die Leute sind vollends von der Rallye begeistert, die Jugendlichen wollen Fotos mit den Fahrern machen; selbst hier in den ländlichsten Regionen besitzt bereits jeder ein Smartphone. Es soll nicht der letzte Ort sein, in dem uns so etwas geboten wird.
Wir nähern uns wieder der zivilisierten Welt und erreichen spät abends Tokat, unser heutiges Nachtlager. Ein Restaurant hat noch offen. Getränke müssen dreimal bestellt werden bis sie kommen, keiner bekommt das Gericht das er bestellt hat. Zufrieden sind trotzdem alle. Ein älterer Gast bestand noch auf ein Foto mit unserem Veltins, welcher heute von Felix getragen werden musste, danach ging es in unsere Dachzelte.
Der nächste Tag begrüßt uns erneut mit bestem Wetter und es ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das was noch kommt. Die Türkei ist ein faszinierendes Land mit den gastfreundlichsten Menschen die man sich vorstellen kann. Jonas und Lukas bekommen beim Barbier einen neuen Haarschnitt verpasst und Sven und Julius schießen weitere Fotos von Sehenswürdigkeiten für das Roadbook. Weit kommt man in dieser Stadt allerdings nicht. Überall wird man gebeten sich hinzusetzten und einen Tee mitzutrinken. So verbringen wir dann ein Stunde auf dem Schulhof eines türkischen Gymnasiums, trinken Chai und unterhalten uns mit dem Deutschlehrer, dem Direktor und dem Rest der Belegschaft. Anschließend bekommen wir auch noch eine kleine Stadtführung geboten. Tokat hat uns in jeder Hinsicht positiv überrascht und die Türken haben erneut unter Beweis gestellt, wie großartig die Gastfreundschaft in diesem Land ist. So schaffen wir es auch erst um 14 Uhr uns von Tokat loszueisen und in Richtung Ordu aufzubrechen.
Bei der Weiterfahrt über Feldwege lässt Ugly erneut den Auspuff hängen und bei Good ertönen äußerst unpathologische Geräusche vom vorderen linken Radkasten kommend. Wir hängen bereits mächtig hinter dem Zeitplan und verbinden erneut nur provisorisch den Auspuff. Bei Good sind uns hier mitten in der Pampa erst einmal die Hände gebunden.
Nach ein paar Minuten Weiterfahrt kommen wir über einen Berg und jedem von uns bleibt schier die Luft weg. Zu unwirklich ist die Szenerie die sich uns hier bietet. Ein Tal mit sattem grünen Gras, bei dem jeder Golfplatz vor Neid erblassen würde. Ein kleiner Fluss durchbricht das Grün und schlängelt sich seinen Weg durch die Hügelkette. Die Sonne steht bereits sehr tief am Horizont und scheint im weit entfernten Verlauf des Tals zu versinken.
Um 20:00 Uhr sollen wir in Ordu sein und unser Musikinstrument abgeben. Ein Blick auf die Uhr offenbart bereits jetzt eine einstündige Verspätung. Egal. Das Roadbook führt uns erneut ab vom direkten Weg ab, hoch auf einen Berg an dessen Fuße wir das nächtliche Lichtermeer Ordus bestaunen können. Wie gut es doch war diesen kleinen Umweg zu nehmen. Zu spät sind wir so oder so, eine Stunde mehr macht auch nichts mehr und dem Organisationskomitee (OK) ist es ohnehin ziemlich egal was man macht, solange man es im halbwegs legalen Rahmen tut.
In Ordu angekommen können wir unsere Wagen direkt an der Strandpromenade parken und wieder einmal fährt die Polizei ständig auf und ab. Es gibt zivile Streifen und allgemein ist es von der Gemeinde wieder sehr gut organisiert. Auch hier noch einmal ein großes Lob an alle Gemeinden und Kommunen der Türkei die diese Rallye hier so einzigartig machen.

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Tag 5 bis 7 – Straßenrennen von der Blauen Moschee zur Bosporusfähre

Nachdem wir um circa 01:30 nachts das Lager direkt an der Blauen Moschee erreichten, dauerte es noch zweieinhalb Stunden bis wir alle im Bett lagen. Zu beeindruckend war die Szenerie: die Moschee, die Camps der anderen Teams und weitere Teams, die nach unserer Ankunft eintrafen.
An gemütliches Durchschlafen war allerdings nicht zu denken. 5:00 wird es wohl gewesen sein, als der Muezzin Vollgas gab und seine Stimme mit etwa 9000 Dezibel über unser Camp schmetterte.
Am nächsten Tag, dem ersten freien Tag seit Rallyebeginn, stand einiges auf dem Programm für uns. Aufstehen nach 9 Uhr, Frühstück wurde ausgelassen, Mittagessen reicht ja auch wenn man erst um 11:30 ausflugsbereit ist. Anschließend teilten wir uns auf – schließlich wollten wir unter anderem ein neues Funkgerät auftreiben, die bereits vor Start verlorene Metallplatte für unseren Domstein neu anfertigen lassen, Blogeintrag hochladen und ganz nebenbei auch ein wenig von Istanbul mitnehmen. Nach mehreren Stunden fanden wir ein 2 qm großes Geschäft, welches uns unser Schild anfertigen konnte. Funkgeräte existieren anscheinend nicht in der Türkei. In all dem Trubel kam Julius das Teamportemonnaie abhanden, ob geklaut oder verloren bleibt bis heute ein Rätsel. Zum Glück befanden sich nur Quittungen und etwa 70 € darin, jedoch genug um Julius zum nächsten Veltinsträger (der hässliche Hut auf den Fotos) zu krönen. Am Abend trafen wir uns wieder vor der Blauen Moschee und es wurde uns mitgeteilt, dass ein Tag in Istanbul komplett gestrichen wird und wir einen Tag früher die Fähre Richtung Israel nehmen werden. Also hatten wir statt den geplanten 3 Tagen nur knappe 2 Tage Aufenthalt in der Stadt der 7000 Moscheen.
Nachdem wir es irgendwie geschafft haben ein Hotel mit eigenem Wellnessbereich zu finden, wo wir kostenfrei die erste Dusche der Rallye genießen durften, ging es Richtung Bosporus. Dort setzten wir uns in eines der Fischrestaurants und aßen fangfrische Seezunge, Lachs und Brasse.
Lukas war wohl überneidisch, dass Julius aktuell den Veltins tragen durfte und ließ folglich seinen Rucksack im Restaurant zurück, damit wir ihn am nächsten Tag nochmal abholen konnten.
Der nächste Tag stand an, erneut mit großem Programm. Zu allererst gab es den Versuch einen Guiness Weltrekord aufzustellen, bei dem das größte Autoreifenrennen stattfinden sollte. Hierbei sollten alle 111 Teams einen ihrer Ersatzreifen nehmen und ihn nach einer Art LeMans-Start um das Hippodrom in Istanbul rollen. Leider schafften wir es hierbei nur knapp nicht aufs Siegertreppchen.
Nun hieß es allmählich Einpacken und sich auf das Rennen zur Fähre über den Bosporus vorzubereiten, was manche Teams wohl etwas zu ernst nahmen und ein heilloses Chaos veranstalteten, als mehrere Teams versuchten sich einen guten Startplatz zu sichern und dabei die komplette Straße ums Hippodrom blockierten. Unter anderem auch unsere neuen Freunde in ihren blauen Volvos die ihre Karren direkt vor unsere Nase stellten und uns baten doch bitte weiter zurück zu fahren, damit sie stehen bleiben konnten ohne noch mehr Unheil zu verrichten, was wir selbstredend, hilfsbereit wie wir sind, nicht getan haben.
Nach einer Rede des Europaministers der Türkei, ging es dann los, oder auch eben nicht, weil ja zum Glück alles verstopft war. 333 Autos, die zeitgleich auf die engen Gassen von Istanbul losgelassen werden. Grob fahrlässig, aber auch ein äußerst großer Spaß. Keine 5 Meter gefahren gab es schon den ersten Kontakt: blauer Volvo gegen weißen Audi. Es sollte einer von vielen sein. Verkehrsregeln gelten nicht, einspurig ist dreispurig. Einbahnstraße? Nicht existent. Vorfahrt? Hat derjenige, der am wenigsten Angst vor Blechschäden hat. 15 Minuten für nicht einmal 1 km durch Istanbul. 2 Pedalstellungen: Vollgas und Vollbremsung. Alles rastet aus. Sobald einer von uns eine Lücke im System findet wird die Konkurrenz geblockt und wir können mit 3 Autos Vollgas geben. Die Polizei hat diesen Teil der Stadt für die meisten Normalsterblichen gesperrt.
Als wir oben auf der Fähre stehen und ablegen, der Puls bei 120, sehen wir die blauen Volvos, wie sie sich in der Schlange vor der Fähre einreihen. Vermutlich sind auch sie unseren strategisch perfekt positionierten Bananenschalen (Flönz) zum Opfer gefallen und mächtig ins Schleudern gekommen.
Asien, wir kommen. Auf in den Allgäu-Orient-Rallye Park am Rande von Istanbul zum neuen Fahrerlager für eine stürmische, regnerische Nacht.
Am nächsten morgen wurde unser Lager unter strömenden Regen abgebaut. Unser erstes Ziel auf unserer Strecke nach Ankara war daher ein Einkaufszentrum in welchem im Trockenen gefrühstückt und eingekauft werden konnte. Als wir am späten Abend in Ankara ankamen, stellten wir fest, dass der Treffpunkt der Rallyeteams vom Stadtkern zu einem außerhalb von Ankara liegenden Hotel verlegt wurde. Nach stundenlangem Umherirren in der Hauptstadt der Türkei fanden wir das Fahrerlager.
Die Nacht verbrachten wir jeweils zu dritt in einem Hotelbett, sodass die Kosten pro Person 11€ nicht überschritten.

Tag 5: 0km
Tag 6: 30km
Tag 7: 420km

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Tag 3 und 4 – In zwei Tagen von der Adria zum Bosporus

Nachdem wir in der Nacht kaum mehr als drei Stunden unruhigen Schlaf gehabt haben, lag die längste Etappe auf unserer viertägigen Reise bis zum ersten Checkpoint in Istanbul vor uns. Nach einem 2km-Kurztrip durch Bosnien und Herzegowina kamen wir nach zwei Stunden in Dubrovnik an, wo wir aufgrund Zeitmangel die „Perle der Adria“ leider lediglich mit einem flüchtigen Blick auf die Altstadt von einer Parkbucht der hochgelegenen Küstenstraße würdigen konnten. Spätestens als genau dort ein Touristenbus mit italienischen Hobbyfotografen im Rentenalter ausgeschüttet wurde ergriffen wir die Flucht in Richtung Montenegro – zu Recht, wie sich bereits wenige Kilometer nach der Grenze herausstellen sollte. Montenegro ist nämlich mit Sicherheit eines der am meisten unterschätzen Länder überhaupt. So fuhren wir entlang einer kilometerlangen, landschaftlich überwältigenden Meeresbucht. Zwischen einer steil abfallenden Bergkette und der hellblauen Adria kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dem kristallklaren Wasser konnte keiner widerstehen. Bei der nächstbesten Parkmöglichkeit stellen wir Good, Bad und Ugly ab und sprangen ins erschreckend kalte Meer. Hellwach fuhren wir weiter durch Montenegro, welches neben der schönen Landschaft auch mit beschaulichen Dörfern und sehr freundlichen Menschen beeindruckte. Nachdem wir an einer Tankstelle sämtliche für unsere Autos wichtigen Flüssigkeitsfüllstände überprüft hatten, nahmen wir Kurs auf die albanische Grenze. Auf die Behaglichkeit wirkt sich das Überfahren der Grenze von Montenegro nach Albanien in etwa so aus wie ein Flug von Hawaii nach Bagdad. Bereits nach wenigen Kilometern waren wir uns einig: Wir müssen heute noch Griechenland erreichen! Durch eine verkehrstechnisch katastrophale Hauptstadt ging es über undenkbar schlechte Landstraßen Richtung Thessaloniki. Nach sieben quälenden Stunden für 400km erreichten wir Griechenland, wo wir in der Nähe eines Sees nach insgesamt 18 Stunden Fahrzeit endlich unser Nachtlager aufschlagen konnten. Da wir am nächsten Abend Istanbul erreichen mussten, läutete der Wecker fünf Stunden nach dem Einschlafen einen neuen Tag ein. Im nächsten Dorf wurde eine Bäckerei aufgesucht. Die Bäckerin begrüßte uns in akzentfreiem Deutsch und entpuppte sich als waschechte Düsseldorferin – das Brot schmeckte trotzdem.
Entlang der Küste ging es weiter in Richtung Istanbul. Nach genauerem Studieren der Karte stellte sich jedoch heraus, dass ein ca. 10km langes Stück der Küstenstraße eine Autobahn ist. Es musste auf eine Passstraße im Inland ausgewichen werden, wo wir mit verschiedensten Tieren auf der Fahrbahn zu kämpfen hatten. Belohnt wurde der Umweg mit einem einzigarten Fahrerlebnis durch gefühlte 400 Kurven. Nachdem an diesem Tag wieder 16 Stunden gefahren wurde erreichten wir den Platz vor der blauen Moschee mitten in Istanbul, wo für drei Tage das Fahrerlager sein wird.

Tag 3: 600km
Tag 4: 750km

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Tag 1 und 2 – Rallyestart: Von Oberstaufen nach Duino

Nach einer intensiven neunmonatigen Vorbereitung war am 03.05.14 der große Tag gekommen: Nach der vorerst letzten Autobahnfahrt von Aachen nach Oberstaufen mit Zwischenstopp am Kleineichener Kindergarten starteten wir nach einer kurzen, regnerischen Nacht in die Allgäu-Orient-Rallye 2014. Unter großer Begeisterung der Zuschauermenge und unseren mitgereisten Unterstützern ging es für das Team 2Fast 2Curious auf die große Reise. Das erste Ziel war, das Roadbook, welches vom Organisationskomitee (OK) unter der Leitung von Willi im Allgäu versteckt wurde, zu finden. Durch ausgezeichnete Teamarbeit gelang es uns, trotz einer mit Fehler gespickten Wegbeschreibung des OK, als erstes Team das begehrte Roadbook zu ergattern und zum zweiten Checkpoint – Istanbul – aufzubrechen. Schon am Brennerpass in Österreich wurde den V6 Motoren einiges abverlangt und bei unserem Bad erreichte das (Kühl)wasser bereits den Siedepunkt. Er hat sich aber nichts anmerken lassen und schon die Abfahrt Richtung Italien wieder genossen. Ein wichtiges Ziel der Rallye ist für uns das Ausprobieren traditioneller Spezialitäten der bereisten Länder, daher wurde zum Abendessen eine Pizza gegessen. Julius konnte bei der Bestellung beim Keller mit Sprachkenntnissen wie „merci“ oder „oui“ glänzen. Da wir uns als Tagesziel das Erreichen der kroatischen Adriaküste gesetzt hatten ging es nach dem Essen sofort weiter. Infolge einer einstündigen, unfreiwilligen Stadtrundfahrt in Udine wurde das Tagesziel auf „Adriaküste“ reduziert und wir kehrten in den Hafen eines kleinen italienischen Dorfes kurz vor Trieste ein. Unsere Fahrzeuge parkten wir direkt an der Hafenmauer mit Blick zum Meer. Nach der Benutzung eines Plumpsklos nahe des Hafenbeckens und einer erfrischenden Dusche ging es erschöpft in unser Dachzelt. Halbwegs ausgeschlafen wollten wir am nächsten Morgen die am vorigen Tag aufgeschobenen Kilometer wieder wettmachen. Voller Zuversicht wurden die Zelte zugeklappt und die Autos abfahrbereit gemacht. Kurz bevor es losging überbrachte uns ein österreichischer Tourist die Hiobsbotschaft: Auf der Küstenstraße zwischen Udine und Trieste wurde ein Marathon veranstaltet. Die Straße war gesperrt und uns wurde gesagt wir müssten noch 2 Stunden warten. Da das keine Option war wurde die Route kurzer Hand auf Slowenien verlegt. Mit einer weiteren Verzögerung ging es in das Landesinnere von Kroatien und nachdem wir auf geraden Straßen einige Kilometer aufholen konnten, wurde erneut die Küste angesteuert. Die kurvige Fahrt von Pakostane Richtung Dubrovnik begann vielversprechend. Wir hatten freie Bahn und konnten erneut gut Strecke machen. Kaum hatten wir Vodice passiert begann allerdings ein beängstigender Sturm aufzuziehen. Das Tempo musste aufgrund umherfliegender Äste um die Hälfte reduziert werden. Als der Sturm nachließ entschlossen wir unser Nachtlager am Meer aufzuschlagen. Nach einer buchstäblich zweiminütigen Suche fanden wir den perfekten Schlafplatz wo auch sofort die Campingstühle und der Gasgrill ausgepackt wurden. Mit gegrillten Rippchen im Magen und einem abschwächendem Sturm wogen wir uns in Sicherheit und legten uns in unsere Dachzelte.
Gegen 3:00 morgens sollten wir allerdings von einem noch viel heftigeren Sturm überrascht werden. Die Dachzelte stießen an ihre Grenzen und Hals über Kopf entschlossen wir uns dazu das Lager aufzugeben und weiterzufahren. Unter großer Hektik wurde alles eingepackt und völlig übermüdet flüchteten wir auf die Küstenstraße. Nach Überwindung des Schocks entschlossen wir uns dazu weiter bis zur bosnischen Grenze zu fahren und schliefen noch drei weitere Stunden auf den Sitzen in eine Parkbucht kurz vor dem Grenzübergang.

Tag 1: 630 km
Tag 2: 620 km

Morgen in der Früh geht es los!  Ab sofort werden wir hier über unsere Erlebnisse berichten!

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